Am 30. April 2006 starteten
wir wetterbedingt einen Tag später als geplant bei Schauerwetter
Richtung Norden. Wir das waren Bärbel und Dietmar mit ihrer CT
D-MVDH, Ingrid und Norbert mit der P92 D-MDHW, Bernd und Günther
mit der Super Dimona D-KGUB sowie Michael mit der C42 D-MWDE. Kurz vor
13 Uhr MESZ waren bis auf die CT alle Maschinen in der Luft und auf
Nordkurs, zunächst mit dem Ziel Rheine-Eschendorf. Gerade noch rechtzeitig, Minuten später lag Borkenberge unter einem Regenschauer.
Von Borkenberge bis Flensburg
In 2000 Fuß war die Sicht gut, und in Höhe Rheine
entschieden wir: Weiter mit Ziel Oldenburg.....
Bärbel und Dietmar fuhren nach Dinslaken und starteten später von dort, viel später wie sich herausstellte. 13.50
LT: Landung in Oldenburg-Hatten EDWH. Die Grasbahn dort ist
etwas buckelig, aber kein Problem. Der nette "Türmer" hilft uns
mit
Wetterinfos weiter und kassiert für unsere ULs nur 2,80 €.
Währenddessen hatten wir Telefonkontakt zu den Helmichs in
Dinslaken,
dort gab es Hagelschauer und es war zur Zeit nicht möglich den
Flieger
aus der Halle zu holen. Bei Wetterbesserung wollen sie durchfliegen,
wenn möglich direkt bis Flensburg. 14.55 LT: Weiterflug Richtung
Norden. Beim Überflug der Weser hatten wir
uns gegenseitig in Sicht. Michael meldete Vogelflug auf 1000 Fuß,
wir
blieben lieber höher und hatten keine Begegnung, Glück
gehabt! Bei Brunsbüttel müssen wir eine dicke Regenfront
umfliegen, Die D-KGUB
umfliegt sie westlich, wir östlich bevor es weiter mit Kurs
30° über
Michaelisdonn und Heide weiter nach Flensburg geht.Die Sicht ist wieder
sehr gut und nach 1.15 Minuten Flugzeit landen wir um 16.10 LT auf dem
Flugplatz Flensburg-Schäferhaus EDXF. Im Flugplatzrestaurant
FLY INN erwartet uns leckere Erdbeertorte und
nachdem wir mehrmals versucht haben die Helmichs per Handy zu
erreichen, landeten auch sie sicher nach eine Rekordflugzeit weniger
als
2 Stunden. Auch sie haben sich die Erdbeertorte redlich verdient. Statt
in der Südee, "landeten" wir am Abend im Restaurant KORFU, hatten
dort eine nette Unterkunft und ließen uns griechisches Essen und
FLENSBURGER Bier gut schmecken..... Den ersten Abschnitt der Reise
hatten wir erfolgreich hinter und gebracht und die Wetteraussichten
für die nächsten Tage versprachen Gutes!

Von Flensburg zur Insel Aero

Montag, 1. Mai, kurz nach SR. Keiner von
uns hat wirklich lange geschlafen, schließlich hatten wir heute
einiges vor. Die Maschinen glitzerten in der Morgensonne und es
war kalt. Nach einem ausgiebigen Frühstück machten wir
uns auf den Weg zum Platz um die Maschinen und den Flug
vorzubereiten.Der Türmer war sehr hilfsbereit und versorgte uns mit allen
notwendigen Informationen für unseren Flug. Auch GAFOR hatte nichts Schlechtes zu melden.
Piste 11 über die Intersection,
die halbe Piste reicht euch doch, so der Türmer. Womit er
natürlich recht hatte, die 11 ist 1040 Meter lang! Wie am
Bindfaden ging es zum Start, take-off um 11:30 lokal. Es folgte ein
wunderschöner Flug über den Flensburger Fjord und die
Geltinger Bucht nach Aero wo wir nach 40 Minuten zur Piste 15 eindrehten und landeten.


Wie fast auf jedem Flugplatz begrüßte uns auch hier sogleich der Flugplatzhund,
speziel hier einer von der gemütlich dicken Rasse. Er witterte sofort die
Mettwürstchen, die Günter an alle verteilte. Für alle steht fest, heute
wollen wir noch einen Abstecher nach Norden machen, denn morgen soll eine
Warmfront durchziehen, die schlechteres Wetter mit sich bringt!
Auf dem schönen und gut ausgerüstetem
Grasplatz begrüßte uns eine nette Türmerin, die
sich auch sofort bereit erklärte sich um Fahrräder und
Unterkunft für uns zu kümmern. So konnten wir entspannt die
Planung für unser nächstes Ziel an diesen Tag, einen Besuch
der Insel Endelave angehen.
Von Aero zur Insel Endelave und zurück
Nachdem alle Maschinen bedankt sind und wir uns etwas
ausgeruht haben, geht es weiter Richtung Norden zur kleinen Insel
Endelave.
Über Aero fliegen wir zunächst Kurs NNO, durch den
Svendborgsund in den Grossen
Belt und über die neue Brücke, die Fyn mit Seeland verbindet.
Nach
einer Stunde erreichen wir die Insel Endelave nördlich von Fyn. Am
Funk meldet sich niemand, also ist selbständiges landen
angesagt......Aufsetzpunkt unmittelbar hinter der Küstenlinie.,
äußerst ungewohnt. Aber es geht alles glatt, keiner bekommt
nasse Füße.


Der Abstellplatz ist gleich neben einem Wäldchen mit
grell leuchtenden Narzissen, - sehr einladend! Weitere Informationen
findet man (auch in deutsch) auf einem Zettel an der Scheunentür, wo
sich auch der Kasten zum Einwerfen der Landegebühr befindet...

In der Scheune findet Ihr Fahrräder, steht auf dem Zettel an der
Scheuentür! An den rot angestrichenen Rädern erkennt jeder, daß wir vom
Flugplatz kommen. Recht ungewohnt und zum ersten mal in diesem Jahr
bewegen wir uns per Drahtesel vorwärts und nach einer Stunde landen sie
wieder schön aufgereiht in der Scheune! Die Insel wirkt um diese
Jahreszeit übrigens wie ausgestorben, die Natur ist ca. einen Monat
zurück und der Tourismus fängt erst in etwa einem Monat hier an.
Nach einem Check aller Flieger soll es nun zurück nach Aerö
gehen. Michael, Dietmar und Bärbel sind schon gestartet, wir sind
als Nr. 3 dran, doch irgendwas stimmt da nicht, denn Bernd steigt aus
der M-KGUB wieder aus! Was ist los? Der Motor sagt einfach keinen Mucks
mehr, springt nicht mehr an! Die anderen landen wieder und alle
sammeln sich um, unter und über dem Motor. Schnell findet man
die Ursache: Massekabelbruch am Starter, - natürlich an einer
schwer zugänglichen Stelle! Es dauert auch nicht lang, da
kommt ein einheimischer Bauer angeschlurft...vielleicht hat er noch
etwas mehr Werkzeug und ein brauchbares Ersatzteil, denn aus
Gewichtsgründen konnten wir alle nur das Nötigste mitnehmen!
Außerdem suchen wir Hof und Scheune nach Brauchbarem ab, aber
außer alten Fahrradspeichen und ein Stück Draht vom
Maschendrahtzaun ist nichts zu finden! Da kommt der Bauer mit seinem
Landcruiser angebraust, die Familie hat er gleich mitgebracht, ist doch
endlich mal was los auf der kleinen Insel! Aber auch er kann uns nicht
wirklich weiterhelfen...
Inzwischen rechnet Michael seine Reichweite für die D-MWDE nach und da inzwischen starker
Gegenwind eingesetzt hat und durch den zusätzlichen Start, will er lieber noch mal nachtanken.

Das ist kein Problem, der Bauer hat sogar Flugbenzin. Der alte
Blechkanister macht jedoch nicht den vertrauenerweckensten Eindruck!
Aus einer Plastiktüte zaubert er aber einen selbstgebastelten
Benzinfilter hervor: ein Trichter mit einem
Fensterleder! Über 2 Stunden fummeln Bernd und Norbert an
einem Provisorium herum, nun noch ein letzter Versuch! Wenn es jetzt
nicht klappt müssen wir eben hier bleiben.... Gespannt warten
alle auf den Start und.........ein Jubelschrei, der Motor springt
an........! Auch der Bauer freut sich mit uns! Hungrig und durstig geht
es zurück nach Aerö, wo unsere Fahrräder am Flugplatz
bereitstehen mit denen wir dann zu unserer Unterkunft radeln. Knapp
bevor die warmen Küchen schließen ( es ist ja noch keine
Saison!), finden wir noch ein geöffnetes Restaurant! Könnt
Ihr Euch vorstellen, daß in den Nacht alle wie die Murmeltiere
geschlafen haben?
Am nächsten Tag konnten wir den Schaden am Motorsegler dank
sachverständiger Zuarbeit eines dänischen Elektrikers
auf der Insel Aerö beheben.

Natürlich kann man sich auf einer Insel wie Aerö auch
anders beschäftigen. Was wäre Dänemark ohne das
dänische Eis und die Waffelbäckerei? Ihr sehr, uns geht es
auch kulinarisch gar nicht so schlecht!
An zweiter Stelle steht Relaxen in allen nur denkbaren Variationen. Der eine so, die andere so.

Zum baden war es denn doch noch ein wenig zu frisch und so bleibt es bei einem kurzen Fußbad.....
Bernd und Günter belassen es beim zusehen.....
Überall in Dänemark gibt es Campingplätze speziel mit gemütlich
eingerichteten Hütten, die teilweise sogar mit heißen Duschen,
Kühlschrank, Heizung und Fernsehern ausgestattet sind. Wir treffen es
mit unserer Reservierung bei MARSTAL CAMPING mal wieder super! Als wir
morgens wach werden, regnet es in Strömen. Michael und Norbert erklären
sich bereit für das Frühstück zu sorgen und Brötchen zu holen, - der
Tag scheint gerettet, als es dann auch wieder auflockert!
Am Mittwoch ging es weiter zur Insel Samsö, darüber mehr im
zweiten Teil in den nächsten Tagen. Die Farbenpracht der
dänischen Südsee ist nur schwer auf Fotos wiederzugeben, hier
einige Eindrücke.
Das obligatorische "An- und Abschrauben" der Flugzeuge....... besonders wichtig bei windigem Wetter!


